17. Februar 2011
Ich habe geübt. Weil ich nicht über den Bauch atme. Früher hieß es ja Brust raus, Bauch rein. Ich wusste, dass mich das noch mal in den Arsch beißen würde. Loslassen heißt es beim Bauch und beim Songtext. Ich übe immer noch "Let it be" von den Beatles. Ich schlürfe die Luft ein und stelle mir dabei vor, dass ich die Luft über einen Strohhalm einschlürfe. Wow, der Bauch wölbt sich. Wusste gar nicht, dass so viel reinpasst. Dann forme ich den Mund wie ein Breitmaulfrosch und stoße die Luft via Pfff-Ton aus. Wenn die Luft raus ist, forme ich mit dem Mund ein Oh und stelle mir vor, ich wäre erstaunt. Das erhöht auch die Gesichtsmimik, die doch etwas starr ist. Sieht auch wirklich nicht so toll aus, wenn man vorne steht und scheinbar teilnahmslos singt. Ich habe oft geübt und doch falle ich immer wieder in die Brustatmung zurück.
Ich könnte mir sonst wo hintreten.
Ich versuche Suzanne Vegas "My name is Luka" nachzusingen. Die Einsätze klappen nicht. Heute singe ich "Let it be" ohne Paul McCartney im Hintergrund. Die Einsätze falsch, die Töne daneben. Immerhin merke ich es. Aber ich gebe nicht auf.
Um die Mimik zu erhöhen, bekomme ich eine neue Übung. Weinkorken in den Mund stecken und laut den Songtext vorlesen. Donnerstag geht es weiter. Ich habe "Let it be" mir gut 20mal angehört und auf dem ausgedruckten Songtext vermerkt, wo ich die Stimme anheben und wo ich sie absenken muss. Und ich merke, dass in einer Zeile einen Takt Pause ist und dass in einer anderen Zeile eine Phrase doppelt so schnell gesungen wird, damit es passt. Mal sehen, wie ich mich am Donnerstag mache. Bauchatmung beim Spülmaschineneinräumen, Bauchatmung auf dem Fahrrad, Kontrolle im Spiegel, ob sich ja nicht die Brust beim Einatmen hebt... So viel habe ich noch nie über Atmung nachgedacht.
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