Schreiben Sie über Disziplin.
Wenn ich die Formulare für die Einkommenssteuererklärung ausfülle, brauche ich Disziplin.
Disziplin ist eine Art Kokosnuss. Wer sie hat, ist schwer zu knacken, jedenfalls vom Staat. Vielleicht auch von anderen Zeitgenossen. Aber vorsichtig muss man schon sein, Kokosnüsse haben die Eigenart manchen auf den Kopf zu fallen.
Wann stehe ich mir mit meiner Disziplin selbst im Weg? Dann, wenn ich nicht abschalten kann? Wenn ich vor lauter Disziplin nicht mehr entspannen kann?
Zur Disziplin gehört, ganz klarer Fall, auch das Kaffeetrinken. Ohne diese morgendliche Pflichtübung kommt mein Kreislauf gar nicht auf Hochtouren. Auch der Besuch eines Sportstudios kann ein Fall für Disziplin sein. Endorphine beeinflussen die Disziplin äußerst positiv.
Bei mir gibt es einen direkten Zusammenhang zwischen Blutdruck und Disziplin. Wenn der Blutdruck bei 90 rumkrebst, ist die Disziplin nicht mehr im sichtbaren Bereich. Ab 120 meldet sich die Disziplin: "Hallo, hier bin ich. Schon was vor?" Und so schnell kann ich gar nicht reagieren. Vor lauter Verlegenheit antworte ich dann: "Ne, warum?" Und zack hat mich die Disziplin erwischt. Es folgen Aktionen wie Küche aufräumen, bügeln, putzen und ähnliche von der Disziplin geliebten Tätigkeiten.
Freitag, 22. Mai 2015
Mittwoch, 20. Mai 2015
Schreibübung Nummer 5: Bitte (nicht) berühren!
Schreiben Sie mit Ihrem Tastsinn. Erfühlen Sie eine Person oder einen Gegenstand oder ein Ereignis.
Es war ein watteweicher Sonntag im butterweichzarten Mai. Nichts deutete darauf hin, dass ein polyacrylkratziger Typ mir begegnen würde. Ich saß auf der saftigen Wiese, die fluffig wie ein Croissant war. Schon wieder musste ich mich mit meinem rechten Hinterlauf am Kopf kratzen. Flöhe hatten es sich in meinem struppigen und rastazöpfenähnlichen schwarzen Fell bequem gemacht. Ich wartete auf den maifrischen Postboten. Nein, ich habe im Gegensatz zu vielen meiner wuschelig-streichelzarten Artgenossen nichts gegen maifrische Postboten. Unser maifrischer Postbote hat sogar knackig-rauhe Leckerlies für mich, jedes Mal. Da, endlich bog er mit seinem großen, gelben Fahrrad aus kaltem Stahl um die Ecke. Ich stand auf, hinterließ einen Sitzabdruck im Gras und trottete auf ihn zu.
Da kam mir dieser polyacrylkratzige Typ dazwischen. So ein kleiner, grauer Hund, gerade mal so groß wie ein knautschiges Meerschweinchen. Er war neu im Viertel. Mit seinem Kleinhundcharme wickelte er den nichtsahnenden Postboten um seine klitzekleinen, plüschigen Tatzen. Um auch wirklich eher Leckerlies zu bekommen, hüpfte er immer wieder hoch, als wäre er auf einem Trampolin.
Ich nahm mir vor, morgen würde sich das ändern. Morgen würde ich wieder als erster die Leckerlies bekommen. Ich bin schließlich hier der Boss vom Viertel. Heute drücke ich ein Auge zu, aber nur heute.
Es war ein watteweicher Sonntag im butterweichzarten Mai. Nichts deutete darauf hin, dass ein polyacrylkratziger Typ mir begegnen würde. Ich saß auf der saftigen Wiese, die fluffig wie ein Croissant war. Schon wieder musste ich mich mit meinem rechten Hinterlauf am Kopf kratzen. Flöhe hatten es sich in meinem struppigen und rastazöpfenähnlichen schwarzen Fell bequem gemacht. Ich wartete auf den maifrischen Postboten. Nein, ich habe im Gegensatz zu vielen meiner wuschelig-streichelzarten Artgenossen nichts gegen maifrische Postboten. Unser maifrischer Postbote hat sogar knackig-rauhe Leckerlies für mich, jedes Mal. Da, endlich bog er mit seinem großen, gelben Fahrrad aus kaltem Stahl um die Ecke. Ich stand auf, hinterließ einen Sitzabdruck im Gras und trottete auf ihn zu.
Da kam mir dieser polyacrylkratzige Typ dazwischen. So ein kleiner, grauer Hund, gerade mal so groß wie ein knautschiges Meerschweinchen. Er war neu im Viertel. Mit seinem Kleinhundcharme wickelte er den nichtsahnenden Postboten um seine klitzekleinen, plüschigen Tatzen. Um auch wirklich eher Leckerlies zu bekommen, hüpfte er immer wieder hoch, als wäre er auf einem Trampolin.
Ich nahm mir vor, morgen würde sich das ändern. Morgen würde ich wieder als erster die Leckerlies bekommen. Ich bin schließlich hier der Boss vom Viertel. Heute drücke ich ein Auge zu, aber nur heute.
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Kurzgeschichte,
Schreibübung
Samstag, 16. Mai 2015
Cinderello - ein Gedicht
Du bist mein Cinderello
Ich liebe es, wie zart und vorsichtig Du die Gläser und die Teller anfasst
Du bist mein Cinderello
Ich liebe es, wie Du das formvollendete Bügeleisen über die zerknitterte Baumwolle gleiten lässt
Du bist mein Cinderello
Ich liebe es, wie Du das widerspenstige Gemüse liebevoll klein hackst
Du bist mein Cinderello
Ich liebe es, wie Du den müden Kindern eine Geschichte vorspielst
Du bist mein Cinderello
Ich liebe es, wie Du den röhrenden Staubsauger durch die Gegend schwenkst
Du bist mein Cinderello
Ich liebe es, wenn Du die Spülmaschine ausgeräumt hast.
Du bist mein Cinderello
Ich hasse es, wenn Du streikst.
Ich liebe es, wie zart und vorsichtig Du die Gläser und die Teller anfasst
Du bist mein Cinderello
Ich liebe es, wie Du das formvollendete Bügeleisen über die zerknitterte Baumwolle gleiten lässt
Du bist mein Cinderello
Ich liebe es, wie Du das widerspenstige Gemüse liebevoll klein hackst
Du bist mein Cinderello
Ich liebe es, wie Du den müden Kindern eine Geschichte vorspielst
Du bist mein Cinderello
Ich liebe es, wie Du den röhrenden Staubsauger durch die Gegend schwenkst
Du bist mein Cinderello
Ich liebe es, wenn Du die Spülmaschine ausgeräumt hast.
Du bist mein Cinderello
Ich hasse es, wenn Du streikst.
Samstag, 8. November 2014
Schreibübung Nummer 4: Hören Sie genau zu!
Verfassen Sie einen Dialog, in dem der Sprechrhythmus den Gegenstand der Unterhaltung unterstreicht.
Personalchef: "Und wieso haben Sie sich für diese Stelle beworben?"
Bewerber: "Ich mache diesen Spagat, weil ich bin ein Mann der Tat."
Personalchef: "Könnten Sie sich etwas genauer ausdrücken? Sie haben sich als Bürokaufmann beworben. Warum?"
Bewerber: "Im Büro bin ich lieber als auf'm Klo. Im Bett ist es auch ganz nett, aber das Büro ist mein Leben, danach will ich streben."
Personalchef: "Wieso sollten wir Sie gerade nehmen?"
Bewerber: "Ich bin ein Held, so wie er jedem gefällt."
Personalchef: "Ich bin noch nicht überzeugt."
Bewerber: "Büro ist mein Ding, da hab ich den Swing. Die Formulare sind schnell ausgefüllt, die Untergebenen angebrüllt. Ich liebe den Talk, danach einen walk."
Personalchef: "Vielleicht sollten Sie es doch woanders probieren."
Bewerber: "Ich bin der Richtige, ganz klar, ich gebe Ihnen 100 in bar."
Personalchef: "Okay."
Personalchef: "Und wieso haben Sie sich für diese Stelle beworben?"
Bewerber: "Ich mache diesen Spagat, weil ich bin ein Mann der Tat."
Personalchef: "Könnten Sie sich etwas genauer ausdrücken? Sie haben sich als Bürokaufmann beworben. Warum?"
Bewerber: "Im Büro bin ich lieber als auf'm Klo. Im Bett ist es auch ganz nett, aber das Büro ist mein Leben, danach will ich streben."
Personalchef: "Wieso sollten wir Sie gerade nehmen?"
Bewerber: "Ich bin ein Held, so wie er jedem gefällt."
Personalchef: "Ich bin noch nicht überzeugt."
Bewerber: "Büro ist mein Ding, da hab ich den Swing. Die Formulare sind schnell ausgefüllt, die Untergebenen angebrüllt. Ich liebe den Talk, danach einen walk."
Personalchef: "Vielleicht sollten Sie es doch woanders probieren."
Bewerber: "Ich bin der Richtige, ganz klar, ich gebe Ihnen 100 in bar."
Personalchef: "Okay."
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